Eine europäische Dame, von Bernd Pohlmann

Die szenische Lesung erfolgt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Paradies Europa", am 26.5.2018 um 20:00 Uhr.


»Brandgeruch liegt in der Luft. Und Yuri hat die rosa Brille auf. Auf wessen Urteil kann man sich heutzutage eigentlich noch verlassen?«


Project 01

Bernd Pohlmann

Pohlmanns Geschichten drehen sich um die Erfahrung des Teilens und Mitteilens. Seine Figuren sind Individualisten, bewegen sich in der Grenzerfahrung, halten sich für unverletzlich - und doch sind sie auf der Suche, nach den rettenden Händen vor dem Sturz in den eigenen Abgrund. 1996 erschien beim Saarländischen Rundfunk das Hörspiel "Kriechströme" mit Werner Wölbern, Katharina Schumacher und Hubertus Gertzen unter der Regie von Alexander Schumacher. Pohlmann erhielt 1997 ein Arbeitsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) in der Autorenwerkstatt Prosa. 1998 erschien die Erzählung "Die Beihilfe" in "Die Stadt nach der Mauer" im Ullstein-Verlag. 2016 wurde das Theaterstück "Der Kuss" uraufgeführt. Pohlmann verdiente seinen Lebensunterhalt als Autor für Awarenesskampagnen und als Ghostwriter in der politischen Kommunikation. Aktuell engagiert er sich im Vorstand des Theatervereins movebo Berlin e. V. zur Förderung der Schauspielkunst nach Jerzy Grotowski.

Project 04

Sophia Katschinski

Staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin und seit ihrem Abschluss im Jahr 1994 Stimm- und Sprechtrainerin im pädagogischen und therapeutischen Bereich. Sophia Katschinski leitet vielfältige Trainings und Workshops an - von Stimmfortbildungen für Lehrer bis zu Kommunikationstrainings für Führungskräfte und Mitarbeiterteams in der Kreativwirtschaft. Zusätzlich unterrichtet sie als Dozentin für Sprecherziehung und Mikrofon-Training und vertont Filme für Industrieunternehmen. In der Reduta ist sie verantwortlich für die Bereiche Sprecherziehung und Mikrofontraining.

Project 06

Andreas Klinger

Andreas Klinger über »Der Kuss«. "Es geht im Stück um Hilfe", sagt der erfahrene Darsteller, der mit Monster Truck zusammenarbeitet und in den Münchner Kammerspielen, den Sophiensälen in Berlin und im lagos_live festival auftritt, "um so dramatischer ist es, dass ausgerechnet meine Figur — ein Helfer von Berufs wegen — Hilfe braucht." HIER klicken, um das Video zu starten.

Project 07

Fabrice Riese

Fabrice Riese bei den Proben von »Der Kuss«. Riese ist großer Kino-Fan, speziell von Mafia-Filmen. Er kann sich in die gestellte Aufgabe — die Rolle eines zweifelnden Mafioso — hervorragend einfühlen. Auch im wirklichen Leben hat er eine harte Schale und, wie es sich für einen Schauspieler gehört, einen weichen Kern. Oder, war es anders herum? HIER klicken, um das Video zu starten.

Project 08

Krystian Kolbe

Der Fotograf Krystian Kolbe liefert die Bilder für die Produktion »Der Kuss«. Der Autor lernte ihn auf einer Wanderung entlang der nordirischen Küste kennen. Kolbes kreatives Auge und sein Gespür für Licht und Perspektive brachten wunderbare Reiseimpressionen hervor. Für das Fotoshooting bat Pohlmann um eine möglichst getreue Wiedergabe der Rollen, die die Schauspieler verkörpern. Dazu wurde ohne zusätzliche Beleuchtung bei geringem Licht fotografiert. Inspirierend diente für das Porträt von Lisa-Maria Damm der Pierrot von Watteau. Eine Aufgabe, die Kolbe und Damm meisterhaft lösten.

Der Kuss

Ein Stück in 9 Sprechakten

Ein schwerverletzter Fremder liegt auf der Straße und bittet um einen letzten Kuss. Wären Sie dazu bereit? »Ein Kuss ist nur ein Kuss. Warum nicht?« »Ich kenne den Menschen ja nicht.« »Ich habe Angst, ich könnte mich infizieren.« Lea ist bereit. Spontan beschließt sie, zu helfen. Doch was dann geschieht, überragt ihre Vorstellung. Noch am Unfallort verwandelt sich der Kuss in eine Botschaft. Was entsteht aus einem Kuss, wenn er berührungslos durch unsere moderne Welt aus Likes und Tweets geschickt wird?

“… Hinten, neben Vito, sitzt diese Schwedin auf dem Rücksitz. Er will sie einschüchtern. Sie soll zugucken. Ich weiß nicht mal, ob sie wirklich aus Schweden ist oder vom Südpol. Jedenfalls sagt sie, sie heißt Malin. Sie wirkt fast ein bisschen gelangweilt. Oben angekommen halte ich den Wagen direkt hinter Sprinter. Es ist eine Ironie, dass Sprinter keinen Sprinter fährt, sondern einen Dodge. Für solche Gedanken finde ich noch Zeit, da oben. Vito strahlt so eine brutale Autorität aus … Man könnte meinen, die Autofirmen hätten bei ihm um Erlaubnis gefragt, ob sie die Namen für ihre Modelle verwenden dürfen. …” Fabrice in "Der Kuss"

Was verbindet die neun Figuren, die uns in »Der Kuss« begegnen? Da ist zum Beispiel die Stadt, die willkürlich Schicksale zusammenführt; ein Ort der Fluchten und Sehnsüchte. Eine Stadt, die Menschen verdaut und willkürliche Gemeinsamkeiten gebiert, wenn zwei Fremde sich küssen, bloß weil sie dasselbe Produkt tragen. Alles beginnt mit einem tragischen Unfall. Der Unfalltod eines Jungen. Der Vater will den Sohn ein letztes Mal küssen. Doch er selbst liegt schwerverletzt am Boden, wenige Meter entfernt vom sterbenden Kind. Ein Anderer, ein Fremder muss die Aufgabe übernehmen. Der Kuss für den Sterbenden braucht einen Boten, und der Kuss geht als Botschaft in die Welt. »Der Kuss« stellt die Frage, was uns verbindet in einer Welt der Ichbezogenheit. Welche Verantwortung tragen wir für die Menschen um uns herum? Es sind die großen Fragen: Was zwingt uns zu handeln – was hindert uns daran? Welche Scheuklappen sind es, mit denen wir uns Erleichterung verschaffen? Die Figuren in »Der Kuss« suchen die Schlupflöcher in der Realität. Sie flüchten in Geschichten, Fantasien und Träume. Sie flüchten sich in andere, in bessere Menschen hinein.

Der Kuss - Gruppenfoto
  • Der Kuss Stück in 9 Sprechakten von Bernd Pohlmann
  • Uraufführung 22. & 23. April 2016, 19:30 Uhr
  • Die Darstellerinnen und Darsteller Tatjana Hoffmann, Kira Zurhausen, Fabrice Riese, Lea Eberle, Maximilian Wrede, Michael Matuszewski, Teresa Jacobowitz, Lisa-Maria Damm, Andreas Klinger
  • Sprechtraining und Gestaltung Sophia Katschinski
  • OrtReduta Berlin, Gneisenaustraße 41, 10961 Berlin

Impressum

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