»Diese Geschichte ist also nicht anders zu betrachten als eine Anzeige. So wie man auch die Anzeigen in der Zeitung betrachtet und anschließend weiß, wer tot ist.«


Project 01

Wenn die Liebenden fallen

Moira und Maxim. Die Liebe steht auf dem Prüfstand, als eine unbekannte Seuche das Land erschüttert. Die Tiere spielen verrückt. Auf den Farmen verenden die Nutztiere, in freier Wildbahn fallen die Tiere und sterben. Maxim erlebt die Krise als Praktikant im Abgeordnetenbüro des Politik-Aufsteigers, seines Vaters Robert. Notfallpläne treten in Kraft. Die gesunden Tiere eines Landes werden zum Opfer politischer Entscheidungen. Maxim kommen Zweifel, als der Vater in einen Mordfall verwickelt wird. Wer sind die Gewinner der Krise – und was verbergen sie? Die Antwort ist zum Greifen nahe, als Moira schwer erkrankt.

Wo liegen die Grenzen unserer Liebe? Wie können wir richtig handeln, wenn die Worte vertuschen und vortäuschen? »Wenn die Liebenden fallen – die Liebe fällt nicht«, so lesen wir beim walisischen Dichter Dylan Thomas. Pohlmanns Roman wirft die Frage nach der Güte unserer Entscheidungen auf. Denn der Verstand handelt blind ohne das Herz.

Bernd Pohlmann arbeitet als Ghostwriter in der politischen Kommunikation zu Themen der Öffentlichen Sicherheit und gewann Einblicke in Krisenszenarien. Gemeinsam mit Georg Klein, Judith Hermann, Inka Parei und Norbert Zähringer nahm er 1997 an der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin teil.

  • Jahr 2016
Project 02

Der Kuss

Der Kuss war sogar in den Zeitungen. Schon nach kurzer Zeit über zehntausend Tweets. Wenige Tage später eine halbe Million Likes für eines von den Videos, die noch nicht einmal echt waren. Der Morgen, an dem es passiert, kündigt den Frühling an. In der Frühe hat es geregnet. Die Straßen glänzen im Sonnenlicht. Milder Südwind trägt den Grasgeruch der Felder in die Stadt. Dann geht alles sehr schnell ...

  • Der Kuss Stück in 9 Sprechakten
  • Uraufführung 22. & 23. April 2016, 19:30 Uhr
  • Die Darstellerinnen und Darsteller Tatjana Hoffmann, Kira Zurhausen, Fabrice Riese, Lea Eberle, Maximilian Wrede, Michael Matuszewski, Teresa Jacobowitz, Lisa-Maria Damm, Andreas Klinger
  • Sprechtraining und Gestaltung Sophia Katschinski
  • Regie Hans-Jürgen Hannemann
  • Ort Reduta Berlin, Gneisenaustraße 41, 10961 Berlin
Project 03

Lesung am 9. Mai

Der Autor Bernd Pohlmann liest aus seinem noch unveröffentlichten Roman und stellt durch seine Romanfiguren die Frage: »Wie können wir richtig handeln – wenn die Worte vertuschen oder versagen, schon weil diejenigen, die uns brauchen, sie nicht verstehen? Wo liegen die Grenzen unserer Einfühlung?« Das anschließende Gespräch moderiert der Theaterregisseur Hans-Jürgen Hannemann.

ORT: Evangelische Schule Berlin Zentrum, Schülercafe im Gebäude A, Wallstraße 32, 10179 Berlin

Eintritt frei!

Für Getränke und gemütliche Atmosphäre ist gesorgt!

Rückfragen und Anmeldungen bitte unter: wesb.salon@ev­-zentrum.de

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  • Ort Evangelische Schule Berlin Zentrum, Wallstraße 32, Schülercafe im Gebäude A, 10179 Berlin-Mitte
  • Datum 9. Mai 2016, 20:00 Uhr
  • Weitere Termine
  • Der Kuss - Premiere 22. & 23. April 2016, 19:30 Uhr
  • Lesungen
  • Für den Sommer ist eine Lesung meiner Erzählung "Eine europäische Dame" geplant.
Project 04

Interview

Bernd Pohlmann über seinen Roman „Wenn die Liebenden fallen“.

Der Titel des Romans lautet: „Wenn die Liebenden fallen“. Tatsächlich fallen darin sehr viele Tiere. Sie sterben auf geheimnisvolle Weise. Die Veterinäre sind ratlos. Was haben denn die Tiere mit den Liebenden zu tun? Woher kommt dieser Titel?

In meinem Roman fallen auch liebende Menschen, und zwar ziemlich abrupt und hart. Entscheidend ist, dass manche von ihnen wieder aufstehen. Doch zunächst zum Titel. Er stammt aus einem Gedicht eines meiner Lieblingsdichter, Dylan Thomas: „Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.“ Die Zeile lautet: „Wenn die Liebenden fallen - die Liebe fällt nicht“. Und dieser zweite Teilsatz soll im Titel natürlich mitschwingen.

Zu den Tieren: Der Roman ist die Geschichte sowohl einer ökologischen als auch einer politischen Krise. Eine unerklärliche Tierseuche bedroht das ganze Land und viele Tierarten.

In Wahrheit ist die Ursache für das Sterben unbekannt. Doch die Politik reagiert mit den bekannten, einstudierten Mitteln - wie sie auch in unserer Wirklichkeit von Politik und Wirtschaft vorgehalten werden. Im Mittelpunkt meines Romans steht das Liebespaar Moira und Maxim. Maxim ist der Sohn des angehenden Ministers. Als Leser erleben wir durchs Schlüsselloch, wie der Vater die Krise bekämpft - und es geht nicht alles mit rechten Dingen zu, soviel verrate ich. Maxim steht zwischen seinem Vater, den er bewundert, und seiner Liebsten, Moira. Sie ist die Stimme des Herzens, sie ist die Stimme der Leidenschaft und des Mitgefühls.

Was für Mittel sind das, die in der Realität zum Einsatz kommen im Falle einer Tierseuche?

Wir in Mitteleuropa erleben Tierseuchen als Nutztierseuchen. Deshalb kriegen wir Normalbürger auch so gut wie nichts davon mit. Im vergangenen Jahr gab es, von Osteuropa kommend, Fälle der afrikanischen Schweinepest und auch der Vogelgrippe. Erkrankt ein Tier, gibt es exakt beschriebene Regularien, wie mit dem weiteren, gesunden Bestand verfahren wird. Es werden Sperrzirkel von einigen Kilometern um den Betrieb angelegt. Es erübrigt sich zu sagen, was mit den Tieren innerhalb des Sperrzirkels passiert. Im Holland der neunziger Jahre zum Beispiel starben auf diese Weise vorsorglich 12.000.000 Schweine. Man muss das konstatieren. Die derzeitigen Tierhaltungsbedingungen erfordern vermutlich eine derartige Vorgehensweise. Machen wir uns nichts vor. Milch ist im Geschäft billiger als Wasser.

Das klingt so, als wäre die Geschichte um Moira und Maxim ein Öko-Thriller. Warum zu diesem Zeitpunkt das Tierschutzthema?

Es geht in dem Roman nicht um Tierschutz. Sondern es geht um die Beziehungs- und Handlungsfähigkeit von Menschen, auch gegenüber ihrer nicht-menschlichen Umwelt. Es geht um Menschen, die vor einer unbekannten Herausforderung stehen und versuchen, richtig zu handeln. Ich meine, das ist doch die zentrale Frage, die wir uns alle stellen. Wie handele ich richtig? Und wie kann mir das gelingen, wenn ich meine Handlungsoptionen gar nicht genau vor Augen habe? Das ökologische Krisenszenario bildet in meinem Roman den Hintergrund, die Bühne. Darauf handeln Figuren, die von Liebe und Leidenschaft wie auch von Neid und Gewalt getrieben werden.

Dann geht es um allzu menschliche Grundfragen und Themen, und im Hintergrund könnte auch ein ganz anderes Krisenszenario stehen?

Nein. Die Tiere sind unbedingt Teil des Bildes. In diesem Bild geht es um unseren Umgang mit der Natur, und das heißt auch: um den Umgang mit unserer eigenen Natur! Wie weit gelingt es mir, meine Gefühle zu ersticken, um weiter der Gewohnheit nachzugehen. Anders herum gesagt: Es geht um Mitgefühl. Wir erleben das zurzeit in Europa. Hilfesuchende Menschen, die durch Krieg und brutalste Gewalt vertrieben werden, werden abgeschmettert mit dem verallgemeinernden Argument, es seien Wirtschaftsflüchtlinge darunter. Dieser Wirtschafts-Präfix vor dem Wort Flüchtling ist die Pille, die für viele Gewissen und Mitgefühl Schlafen legt. Ich habe für das Setting meines Romans bewusst die Tiere ausgewählt. Hier haben wir Opfer, die man in dieser Weise nicht ideologisieren kann.

Wenn die Liebenden fallen - dann haben die Menschen kein Mitgefühl mehr?

Da antworte ich wiederum mit Dylan Thomas: „Die Liebe fällt nicht“. Es gibt zwei wirklich starke Frauen in meinem Thriller, und die Sorgen schon dafür, dass die Herren in die richtige Richtung gucken. Wie im täglichen Leben, sozusagen.

Welche grundsätzlichen Fragen behandelt der Roman?

Menschen sehnen sich nach Liebe, und sie haben Angst vor Gewalt. Dazwischen liegt die Sprache. Wenn Feinde einander gegenüberstehen und die Sprache vortäuscht oder versagt, dann wird‘s ernst. Der Held meiner Erzählung "Eine europäische Dame" erlebt das am eigenen Leib: "Vor den Worten liegt die Liebe - hinter den Worten kommt die Gewalt". Wir bewegen uns also auf einem dünnen Grad. Dieser Grad ist die Sprache, und wir sollten uns jederzeit bewusst machen, was links und rechts davon liegt. Wie können wir richtig handeln, wenn wir nicht richtig lieben können?

Das ist ein hartes Wort.

Der Werbeslogan einer Fast-Food-Kette lautet "Ich liebe es." In diesem ES steckt die Verdinglichung unserer Natur. Auch unserer eigenen Natur.

Schreiben ist Leidenschaft

Warum einer in der heutigen Zeit schreibt? Weil er muss. Weil wir durchs Schreiben die Welt erfahren und durchs Lesen unsere Erfahrung teilen. Pohlmanns Geschichten drehen sich um diese Erfahrung des Teilens und Mitteilens. Seine Figuren sind Individualisten, bewegen sich in der Grenzerfahrung, halten sich für unverletzlich - und doch sind sie auf der Suche, nach den rettenden Händen vor dem Sturz in den eigenen Abgrund.

Zur Person

Bernd Pohlmann erhielt 1997 ein Arbeitsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) in der Autorenwerkstatt Prosa 1997, gemeinsam mit Judith Hermann, Georg Klein, Inka Parei, Norbert Zähringer. Die literarische Karriere wurde unterbrochen durch die Familiengründung. Pohlmann verdient seinen Lebensunterhalt als Autor für Awarenesskampagnen und als Ghostwriter in der politischen Kommunikation. Themenschwerpunkte sind Geschäftsethik, IT-Sicherheit, Anti-Korruption, Cybersecurity, Energiesicherheit sowie Themen der Öffentlichen Sicherheit. Pohlmann verfügt über detaillierte Einblicke in gesellschaftliche Krisenszenarien.

Wir sind frei erst durch das Wort

1998 erschien die Erzählung "Die Beihilfe" in "Die Stadt nach der Mauer" (Hrsg. Jürgen Jakob Becker und Ulrich Janetzki) im Ullstein-Verlag. Seither sind zahlreiche Erzählungen entstanden und viele Protagonisten in eine sprachliche Welt gesetzt worden. Pohlmanns Figuren sind auf der Suche nach Antworten auf die zentralen Fragen. Der Protagonist Jurij aus "Eine europäische Dame" geht die Liebe suchen, und er findet sie. Er findet und verliert sie in Europa. Es sind für 2016 Lesungen im Berliner Raum geplant.

“Vor den Worten liegt die Liebe. Hinter den Worten kommt die Gewalt.” Bernd Pohlmann, aus "Eine europäische Dame"

Leidenschaft fürs gesprochene Wort

1996 erschien beim Saarländischen Rundfunk das Hörspiel "Kriechströme" mit Werner Wölbern, Katharina Schumacher und Hubertus Gertzen unter der Regie von Alexander Schumacher. 2016 wird das Theaterstück "Der Kuss" uraufgeführt. Die Begeisterung für das gesprochene Wort reicht zurück bis tief in die Jugend. Pohlmann stammt aus einfachen Verhältnissen und sammelte erste literarische Erfahrungen im Hörspielradio. Besondere Bewunderung gilt den Regisseuren Norbert Schaeffer, George Tabori, Bernd Lau, Walter Adler.

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